Zentrum Halver – Aufenthalts­qualität in neuen Räumen

Zentrum Halver – Aufenthalts­qualität in neuen Räumen

Beiträge zum Projekt

Informationsveranstaltung am 29.10.2014 um 19.00 Uhr im Kulturbahnhof in Halver
Kreisheimattag „Oben an der Volme“ Kommunen informieren über Fortschritte des „REGIONALE 2013“-Projekts

Das Zentrum von Halver muss besonders im Bereich Frankfurter Straße und Kulturbahnhof aufgewertet werden. Das Ziel: mehr Selbstbewusstsein, mehr Leben in der Stadt. Die »Schieferhäuser« an der Frankfurter Straße und die »Villa Wippermann« werden zum Hauptsitz des Managements der »Art Volmetal«. Ebenso gehören ein starker Einzelhandel, eine vielfältige Gastronomie, attraktive Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität und Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse zum neuen Stadtbild.

Über den Haltepunkt Oberbrügge und die »Schleifkottenbahn« soll Halver an das Volmeband angeschlossen werden.

Leitprojekt 5 OadV-StbKonzept-Halver_Stand-01-2012_web

Mit der Realisierung der „Häuser der Kultur“ als Sitz des Managements der „Art Volmetal“, dem Kulturentwicklungsplan für die gesamte Region »Oben an der Volme« bekommt Halver eine Bedeutung, die sich auch widerspiegeln soll in der selbstbewussten Darstellung eines lebendigen Zentrums. Hierzu gehören ein starker Einzelhandel, vielfältige gastronomische Angebote, möglichst mit Außengastronomie auf attraktiven Plätzen, eine hohe Aufenthaltsqualität, die Aufwertung des Erscheinungsbilds und die Realisierung von Wohnraum für unterschiedliche Interessenten.

Neben der kommerziellen Entwicklung der Region »Oben an der Volme« soll die kulturelle Entwicklung gleichwertig betrieben werden: zur Stärkung einer Vielzahl qualifizierter KünstlerInnen und Vereine sowie als Pfeiler einer lebendigen Stadt und Region, zur Stabilisierung ihrer Identität aber auch als touristischer Anziehungsfaktor. Deshalb sollen die „Häuser der Kultur“, die „Schieferhäuser“ an der Frankfurter Straße und die „Villa Wippermann“ (als integriertes Modell), als Hauptsitz der geplanten „Art Volmetal“ zu einem soziokulturellen Zentrum umgebaut werden.

Die denkmalgeschützten „Schieferhäuser“ nehmen das regional wirksame professionelle Kultur-Management, Ateliers (besonders für den bereits ansässigen Verein VAKT), Schulungs- und Ausstellungsräume und ein Café auf.

Die „Villa Wippermann“ wird multifunktionale Räume für Theater- und Musikaufführungen, Schulungsräume besonders für Jugendliche und das erweiterte Heimatmuseum der Region »Oben an der Volme« mit dem Schwerpunkt „Industrie und Landwirtschaft an der Volme“ aufnehmen.

Mit den Gebäuden sind der Platz um die „Schieferhäuser“ und der Park um die „Villa Wippermann“ aufzuwerten, um beide für Veranstaltungen und Ausstellungen, aber auch Außengastronomie nutzen zu können. Die Maßnahmen stehen im Kontext mit dem durch privates Engagement bereits weitgehend neu gestalteten „Alter Markt“ zu einem Stadtplatz im Zentrum sowie der geplanten Qualifizierung des Umfelds der St. Nicolai-Kirche und des Platzes am Jugendheim. Die Erreichbarkeit und flexible Nutzung des „Alter Markt“ sind abhängig von guten verkehrlichen Rahmenbedingungen, eine optimierte Verkehrsführung ist demnach zu untersuchen.

Wie in den anderen Kommunen ist das Stadtbild aufzuwerten. Die Erfüllung authentischer baukultureller Ansprüche ist ein Teil der Wirtschafts- und Tourismusförderung und schafft eine große Identifikation der BürgerInnen.

Von Norden nach Süden zieht sich östlich der Innenstadt das Bahnhofsumfeld. Es ist die Ansiedlung von Einzelhandel, Dienstleistungen und Wohnen sowie eine adäquate Durchgrünung und Freiraumvernetzung geplant. Die Aufbereitung und Erschließung des Areals soll als Investorenmaßnahme erfolgen.

Die Innenstadt ist durch qualitätvolle Wohnraumangebote zu stärken, die verschiedene Ansprüche befriedigen. Deshalb kann östlich des Parks die Grünfläche in eine Wohnbaufläche umgewandelt und gegebenenfalls Mehrgenerationenwohnen realisiert werden.

Reaktivierung der Volmetalbahn, Ausbau des Bahnhofs Oberbrügge und Qualifizierung des Umfelds

Im Zuge der Reaktivierung der Bahnlinie ist eine Anbindung der Stadt Halver an die zentrale Achse der Volmetalbahn geplant. Da der (ehemalige) Bahnhof Halver nicht unmittelbar an der Strecke der Volmetalbahn liegt, erhält der Haltepunkt Oberbrügge an der Volmetalstrecke im Stadtgebiet Halver eine besondere Bedeutung. Von hier aus besteht die Möglichkeit, z.B. über die Schleifkottenbahn, eine Verbindung zum Zentrum Halver zu schaffen.

Qualifizierung des Bahnhofsumfelds

Zur städtebaulichen Qualifizierung des Bahnhofsumfelds sind ein kleiner Platz mit einem Wartehäuschen aus Glas, Begrünungsmaßnahmen auf öffentlichen Freiflächen und Böschungen sowie eine Umgestaltung der Einmündungen der Bergstraße in die B 54 mit einer verbesserten Fußwegeführung und Ausschilderung vorgesehen. Das zweite Gleis am Haltepunkt Oberbrügge wird nicht mehr benötigt, sodass die Verkehrsstation um eine P+R-Anlage mit ca. 40 Plätzen, oberhalb der zu erhaltenden Bruchsteinmauer, im unmittelbaren Anschluss an den auszubauenden Bahnsteig, bis zum Jahr 2015 ergänzt werden kann. Rund um das ehemalige Empfangsgebäude und jetzige Wohnhaus mit teilweise gewerblicher Nutzung sollten die Flächen neu geordnet und ansprechender gestaltet werden.

Radstation

Südwestlich an den Bahnhof angrenzend befindet sich ein leer stehendes Fabrikgebäude. Die Planung sieht die Umnutzung zu einem Handwerkerhof und im Kopf eine Radstation vor.

„Art Volmetal“

Die Lebendigkeit in den vier Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle und damit der Region »Oben an der Volme« wird nicht nur durch wirtschaftliche Prosperität sondern auch durch kulturelle Kreativität, Innovation und Angebote für unterschiedliche Alters- und Nutzergruppen präsentiert. Die Kommunen wollen mit der „Art Volmetal“ in den „Häusern der Kultur“ an mehreren Standorten über die Region verteilt, Interessenten die Chance bieten, sich verstärkt mit Kultur auseinander zu setzen und künstlerisch aktiv zu werden. »Oben an der Volme« ist bereits ein kulturell phantasievoll besetztes Terrain, es engagieren sich zahlreiche Initiativen wie VAKT, KuK, Kultur pur etc. und Einzelpersonen mit großem Einsatz. Im Rahmen der „Regionalen Kulturpolitik NRW“ werden durch den Kulturmanager mit Sitz in Halver ein Kulturentwicklungsplan erarbeitet und die kulturellen Aktivitäten in Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle professionell und unabhängig gesteuert. Im Jahr 2013 und den Folgejahren sollen Aktionen und Veranstaltungen der „Art Volmetal“, wie das Rockfestival VolmeRock, die Regionale in der Öffentlichkeit wirksam werden lassen.

Im Zusammenhang mit dem Umbau der Häuser und der Villa Wippermann sind der Platz und der Park zu gestalten, um die Einheit zu verdeutlichen.

Städtebauliche Neuordnung „Rathaus / Villa Wippermann“ Qualifizierung des Parks, der Plätze und Wege als Knotenpunkte der beiden Hauptachsen im Ortskern Halver

Mit dem geplanten Umbau der „Schieferhäuser“ und der Wiederherstellung ihrer Fassaden ergibt sich vor dem Hintergrund des modernen Sparkassengebäudes ein interessanter städtebaulich-architektonischer Kontrast – Baustile unterschiedlicher Epochen präsentieren sich. Was die Baukörper verbinden soll, ist ein gemeinsamer Platz. Die Gestaltungselemente und Möblierungsdetails, die die Sparkasse einrahmen, sollen auf dem Platz um die „Schieferhäuser“ und im Park der „Villa Wippermann“ mit gleicher Qualität fortgesetzt werden, um einen fließenden Übergang zu markieren und den Park stärker an die Innenstadt anzubinden.

SONY DSC

Auch das Rathaus liegt nicht weiter isoliert –  es wird über Plätze und Blickbeziehungen angebunden. Die Erschließung des Rathauses, über einen barrierefreien Zugang, ist als neues Entreee unbedingt notwendig.

Zu diesem Themenkomplex wurde ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb durchgeführt.Der Entwurf von Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten (GTL) überzeugte die Jury. Er sieht attraktive Wegeverbindungen zwischen der Frankfurter Straße, der Villa Wippermann, dem Rathaus und dem Einkaufszentrum vor. Geschwungene Bänke entlang der Wege und ein Platz bieten Raum für Veranstaltungen, Kommunikation und Aufenthalt. Die Schieferhäuser werden mit Hilfe eines umgestalteten Umfelds in Szene gesetzt. Östlich der Thomasstraße besteht die Möglichkeit einer Mehrgenerationenwohnbebauung, die den Wohnstandort Halver und das Zentrum im Besonderen stärkt. Mit der Umgestaltung des Parks gehen der Abriss des Anbaus am DRK-Gebäude und des Anbaus des kleinen Backsteinbaus einher. Für das DRK-Hauptgebäude ist eine neue Nutzung zu suchen.

2013-11-04 Ansicht

2013-11-04 Detail

2013-11-04 Ansicht2

2013-11-04 Plan1

 

 

Stützung und Aufwertung des Zentrums Halver Innenstadtverträgliche Verkehrsführung im Zentrum

Der Platz „Alter Markt“ wurde durch privates Engagement bereits weitgehend zu einem Stadtplatz neu gestaltet. Die Erreichbarkeit und flexible Nutzung ist abhängig von guten verkehrlichen Rahmenbedingungen. Es ist im Detail zu prüfen, ob eine Änderung der Verkehrsführung dem Platz und damit der Aufenthaltsqualität im täglichen Leben durch eine Reduzierung der Verkehrsbelastung auf der Frankfurter Straße, besonders aber im Rahmen von Aktionen, zugute kommt. Dadurch erhält der Platz eine größere Gewichtung als zentraler Platz.

Aufwertung des Stadtbilds im Zentrum und Vitalisierung der Bahnhofstraße

Wie in den anderen drei Kommunen, ist auch in Halver das Erscheinungsbild zu verbessern. Die Erfüllung baukultureller Ansprüche befriedigt nicht nur den Schönheitssinn der Bewohner von Halver, sondern ist auch ein wertvoller Standortfaktor. In die Modernisierungsvorstellungen der EigentümerInnen wurden häufig auch Erdgeschossfassaden von Geschäften einbezogen, die dann mit dem Rest der Fassaden nicht mehr korrespondierten.

Diese Vorgehensweise macht unzählige Innenstädte austauschbar. Aber gerade die Individualität ist gefragt und ein schwergewichtiger Standortvorteil. Das Integrierte Handlungskonzept, konkret das daraus abgeleitete Handlungsprogramm, schafft die Möglichkeit, Mittel der Städtebauförderung für ein sogenanntes Fassadenprogramm zu akquirieren für stadtbildprägende und besonders erhaltenswerte Gebäude in der Frankfurter sowie der Bahnhofstraße.

Die Erhöhung der zentralen Angebote ist für die Bahnhofstraße von hoher Bedeutung. Im Zusammenhang mit der Steigerung der Aufenthaltsqualität im Zentrum wie der Entwicklung des Bahnhofsumfelds nimmt ihre Vitalisierung zur Steigerung von Synergien eine vorrangige Position ein. Sie ist das räumlich funktionale Bindeglied zwischen der Frankfurter Straße und dem Bahnhofsumfeld.

Städtebauliche Neuordnung des Parks östlich der Thomasstraße

Der Einzelhandel in der Innenstadt hat massive wirtschaftliche Einbußen zu verzeichnen; u.a. auch als Folge des demografischen Wandels sind leerstehende Ladenlokale und zunehmende Fluktuation ein fortschreitendes „trading down“. Neben vielen anderen Maßnahmen ist deshalb neuer qualitätvoller Wohnraum für unterschiedliche Nutzer- und Altersgruppen ein prioritäres Stadtentwicklungsziel: Menschen in der Innenstadt stützen den Einzelhandel und die Gastronomie. Ein für den Wohnungsbau prädestiniertes Areal von ca. 5490 m2 Größe ist die öffentliche Grünfläche östlich der Thomasstraße. Als Park findet sie hauptsächlich als Aufenthaltsort für gesellschaftliche Aussteiger Akzeptanz. Insofern ist ihre Verfügbarkeit z.B. für Mehrgenerationenwohnen zu diskutieren.

Steigerung der Aufenthaltsqualität in neuen Räumen – Qualifizierung des Umfelds der Sankt Nicolai-Kirche

Das gesamte Umfeld der Sankt Nicolai-Kirche an der Frankfurter Straße erfährt eine ansprechendere Gestaltung. So findet eine Neuordnung der Parkplätze nördlich der Kirche statt und die Pflasterung wird einheitlich erneuert. Ebenfalls wird eine angenehme Atmosphäre durch eine qualitätvolle Möblierung und Beleuchtung geschaffen. Die Kirche tritt mehr in den Mittelunkt des „alten“ Halver – auch dadurch, dass ein adäquates Grünkonzept mehr Durchblicke ermöglicht.

Umgestaltung und Aufwertung des Platzes am Jugendheim

Auch Kinder und Jugendliche haben ein Empfinden für Schönheit und angenehmen Aufenthalt. Die Gestaltung des Parkplatzes vor dem Jugendheim nimmt darauf keine Rücksicht. Der Parkplatz kann einige Bäume vertragen. Im nordwestlichen Teil besteht die Möglichkeit, eine Außenfläche zum Aufenthalt zu gestalten und ein von den Jugendlichen betriebenes temporäres Café zu etablieren. Die Einmündung zum Platz wird zur Jugendheimstraße mit einem Neubau gefasst – die Einfahrten zum Jugendheim im Osten wie Westen bleiben bestehen.

Aufwertung des Berliner Platzes

Der Berliner Platz ist zwar nur ein Parkplatz, muss deshalb aber nicht ohne Gestaltung bleiben. Bäume bieten Schatten für parkende PKW, der Blick auf Bäume von der angrenzenden Bebauung ist weit angenehmer als auf Autodächer. Außerdem schaffen Bäume ein verträgliches innerstädtisches Mikroklima.

Qualifizierung des Bahnhofsumfelds Kulturbahnhof Halver – Aufwertung des Umfelds des Kulturbahnhofs

Die Flächen im Umfeld des Kulturbahnhofs und des zukünftig geplanten Bahnhofs Halver stellen ein großes Potenzial für die Stadtentwicklung dar. Sie sollen aufgewertet und aktiviert werden. Hier befindet sich das östliche Entree der Innenstadt. Auch soll der Kulturbahnhof  für den Radverkehr eine sich lohnende Station werden. Dazu sind u.a. Aufenthalts- und Wartebereiche zu schaffen.

SONY DSC

Innenstadtforum

Die Anlieger und Nutzer des Innenstadtbereiches sind intensiv in den Entwicklungsprozess einzubinden. Über ein institutionalisiertes Quartiersmanagment, engagierte Infomationsstätigkeit und Öffentlichkeitsarbeit hinaus sind persönliches Engagement zu fördern und u.a. Gestaltungsleitlinien sowohl für Gebäude als auch für öffentliche Räume zu formulieren und mit den Anliegern zu diskutieren. Privates Engagement ist in besonderer Weise zu stärken, zu fördern und öffentlich zu loben. In sensiblen Bereichen ist eine Gestaltungssatzung zu erarbeiten. Zudem sind Gespräche mit ImmobilieneigentümerInnen zur Aktivierung ihrer Grundstücke zu führen. Dies soll in den Jahren 2013/2014 geschehen.