Kierspe Bahnhof – Total aktiv

Kierspe Bahnhof – Total aktiv

Beiträge zum Projekt

Kreisheimattag „Oben an der Volme“ Kommunen informieren über Fortschritte des „REGIONALE 2013“-Projekts
Ergebnis des Wettbewerbs „Orte des Lichts“

Der Stadtteil Kierspe-Bahnhof soll zu neuem Leben erweckt werden. Die Chancen bestehen in der Aktivierung der Bahn und der Etablierung eines Kreativquartiers. Die Grundlage dafür bildet eine vorhandene Kunst- und Designszene. Besonders wichtig für diesen Stadtteil ist zudem die Stabilisierung des Einzelhandels. Gleichzeitig sollen zusätzliche Angebote für Arbeiten und Wohnen geschaffen werden.

Ein Gemeinschaftsprojekt vom Verein Heesfelder Mühle und dem Märkischen Kreis sieht vor, die Volme ökologisch aufzuwerten sowie Gebäude mit touristischer Nutzung neu zu gestalten und die Wasserkraftanlage auf dem ehemaligen Fabrikgelände Brune wieder nutzbar zu machen.

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Der Stadtteil Kierspe-Bahnhof ist besonders gebeutelt durch extrem viele Leerstände im Einzelhandel entlang der Kölner Straße. Chancen zur Revitalisierung werden durch die Aktivierung der Bahn und die Etablierung eines Kreativquartiers gesehen. Die für den Stadtteil besonders wichtige Stabilisierung des Einzelhandels geht einher mit zusätzlichen Angeboten für Arbeiten und Wohnen in einem Quartier am Tulpenplatz, der Aufwertung des Erscheinungsbilds von Gebäuden und öffentlichen Räumen und der Realisierung des naturbezogenen Freizeit- und Erholungsparks als Eingangstor in den Stadtteil von der B 54.

Als erster Teil des neuen Bahnhofs wurde der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) mit integrierten P+R-Plätzen und Radstellplätzen gebaut. Zur Qualifizierung des Umfelds gehört auch die Errichtung eines kleinen Platzes, an dem ein Kiosk betrieben werden soll (Hierfür gibt es bereits ernsthafte Interessenten). Die technischen Voraussetzungen für die Bahnstrecke wurden im Jahr 2012 geschaffen. Die gesamte Strecke soll im Jahr 2015 zwischen Marienheide und Brügge für den Personennahverkehr wieder eingleisig befahrbar sein.

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Die Verkehrsdrehscheibe Kierspe erhält eine Radstation mit 150 Stellplätzen. Dazu soll ein bestehendes Gebäude an der nördlichen Kölner Straße umgebaut werden.

Der Stadtteil Bahnhof, unmittelbar südlich angrenzend, soll als Kreativquartier wiederbelebt werden. Eine vorhandene rege Kunst- und Designszene – Vereine und Einzelpersonen – bilden dafür die Grundlage. Ein Programmkino im Norden, ein ehemaliger Supermarkt als Raum für große Ausstellungsexponate, das „Kreativzentrum Helit“ mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit in kultureller Bildung, sowie ein intensives Leerstandsmanagement in Richtung Kunsthandwerk, kreative Berufe wie Architektur und Fotografie oder Restaurierung von Gemälden oder Möbeln und viele mehr, lassen eine Erneuerung des Stadtteils erwarten. Parallel dazu ist das Erscheinungsbild als Teil der Baukultur aber auch zur Wirtschaftsförderung zu verbessern.

Die Brache an der B 54, Ecke Kölner Straße, der Stadteingang von Osten und südöstlich des neuen Bahnhofs gelegen sowie vom Volmetalradweg tangiert, soll ein freiräumliches Refugium, der naturbezogene Freizeit- und Erholungspark für alle Altersgruppen werden.

Geplant sind die Öffnung und Revitalisierung der Volme mit angrenzenden freiräumlichen attraktiven Aufenthaltsbereichen und der Bau eines öffentlichen Freizeitparks mit einer Bühne für kulturelle Aktionen, Konzerte, Theater und Freizeiteinrichtungen wie Kletterwände, Beachvolleyball, Badminton etc. Als Privatmaßnahme können später Gebäude für die Bereiche Gesundheit und Prävention, Wellness und Fitness errichtet werden.

Südlich des „Kreativzentrums Helit“ befindet sich der Tulpenplatz, eine un(ter)genutzte und brachliegende Fläche (z.T. früher Tankstelle), die sich in der Nähe des Kreativquartiers für eine Mobilisierung durch Mehrgenerationenwohnen und Arbeiten und Wohnen besonders gut eignet.

Die ökologische Aufwertung der Volme sowie der Abriss und teilweise Wiederaufbau von Gebäuden mit touristischer Nutzung und die Wiedernutzung der Wasserkraftanlage auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik Brune in Kierspe Bollwerk sollen ein Gemeinschaftsprojekt von dem eingetragenen Verein Heesfelder Mühle und dem Märkischen Kreis werden. Es ist beabsichtigt, dieses Projekt mit Hilfe des Förderprogramms „Initiative ergreifen“ zu realisieren.

Reaktivierung der Volmetalbahn – Ausbau des Bahnhofs Kierspe und Qualifizierung des Umfelds – Ausbau des Bahnhofs Kierspe als Verkehrsdrehscheibe

Die Verkehrsdrehscheibe Bahnhof Kierspe soll umfangreich ausgebaut und für Bahn- und BuskundInnen attraktiver werden.

Die Stadt Kierspe hat in den Jahren 2011/12 einen neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) unmittelbar angrenzend an den Bahnhof, der im Jahr 2015 den Personenverkehr wieder aufnehmen wird, ausgebaut. Der ZOB soll eine räumliche Verknüpfung mit dem Bahnsteig erhalten – ein kleiner Platz zum Aufenthalt, ggf. mit Kiosk, bildet den attraktiven Auftakt zu einem niveaugleich zu erreichen den Bahnsteig.

Zur städtebaulichen Qualifizierung des weiteren Umfelds mit einer Anbindung an die Kölner Straße sollen eine breite Treppenanlage, die Modellierung und Bepflanzung öffentlicher Flächen sowie eine attraktive Beleuchtung sorgen.

Zudem wird die Attraktivität der Verkehrsstation durch die Errichtung einer P+R-Anlage von rd. 50 Parkplätzen nördlich des Bahnhofs erheblich verbessert.

Radstation

In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof soll eine Radstation mit integriertem Bike-Point und rd. 150 Radstellplätzen als Teil der Verkehrsdrehscheibe und wichtiger Standort entlang des Volmetalradwegs errichtet werden. Die Radstation kann in den Jahren 2014/15 in ein bestehendes Gebäude an der Kölner Straße (Kölner Straße 26) integriert werden, das zu diesem Zweck, wenn möglich, umgebaut und erweitert werden soll.

Aufbereitung des brachliegenden und untergenutzten Areals, Öffnung und Revitalisierung der Volme und Bau eines naturbezogenen Freizeit- und Erholungsparks

Die Reaktivierung der Bahn, die damit einhergehende Qualifizierung des Bahnhofs zu einer Verkehrsdrehscheibe, die Etablierung eines Kreativquartiers entlang der Kölner Straße und die Aktivierung brachliegender und untergenutzter Areale an der B 54 sollen zur Wiederbelebung des Stadtteils Kierspe-Bahnhof beitragen. Auf den letztgenannten Flächen soll ein öffentlicher Freizeitpark, der VolmeFreizeitParkKierspe, angelegt werden, der Sport-, Freizeit- und Veranstaltungsangebote – Beachvolleyball, Kletterwände, Sonnen- und Schattenplätze am Wasser, eine Bühne für Theater und Konzerte und Gastronomie – umfasst und eine attraktive Etappe für unterschiedliche Generationen an dem neuen Volmetalradweg von Brügge bis Meinerzhagen bildet.
In einem ersten Abschnitt soll die verrohrt laufende Volme nach Südwesten verlegt und geöffnet sowie ihr Umfeld zum Aufenthalt für Jung und Alt (neu)gestaltet werden.

In Ermangelung attraktiver innerstädtischer Freiräume im Stadtteil Bahnhof ist für die Stadt wichtig, dass ein Teil des VolmeFreizeitParkKierspe in Symbiose mit der Volme ein naturbezogener und öffentlich zugänglicher Freibereich wird. Der erste Abschnitt kann in den Jahren 2013/14 realisiert werden. Die Zuständigkeit liegt zum Teil beim Märkischen Kreis und seinem Programm „Ein Kreis packt aus“ und damit in der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

In einem zweiten Abschnitt ist das Anlegen des Freizeitparks geplant. Es geht, neben dem Grunderwerb, um die Aufbereitung, Erschließung und den Bau der öffentlichen Freizeiteinrichtungen.

Bauabschnitt drei, in erster Linie eine Investorenmaßnahme mit baulichen Aktivitäten, umfasst ggfl. die Realisierung von Gesundheits- und Präventivangeboten, Fitness und Gastronomie auf dem Eckgrundstück B54 | Kölnerstraße. Der Raiffeisenmarkt bleibt erhalten.

Die Gestaltung des naturbezogenen Freizeit- und Erholungsparks wird ein städtebaulicher und freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb entscheiden. EinwohnerInnen der Stadt Kierspe können ihre Ideen in die Aufgabenstellung für professionelle Fachbüros einbringen und so bei der Gestaltung mitwirken.

„Mehrgenerationenwohnen“ und „Arbeiten und Wohnen“ im Stadtteil Bahnhof Aktivierung des brachliegenden Areals Tulpenplatz mit den Zielsetzungen „Mehrgenerationenwohnen“ und „Arbeiten und Wohnen“

Der ungenutzte Tulpenplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Kölner Straße, südlich und in Höhe des „Kreativzentrums Helit“. Seine Bebauung mit einer Nutzung durch Dienstleistungen und mit Wohnangeboten ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Stadtteils. Die Lage ist prädestiniert für eine Ansiedlung unter dem Titel „Arbeiten und Wohnen“. ExistenzgründerInnen z.B. nutzen in anspruchsvoller Architektur das Erdgeschoss für Dienstleistungen, Ateliers, Büros und Werkstätten und haben im Obergeschoss eine Wohnung; sie werden so in doppelter Hinsicht an Kierspe gebunden.

Zur Aktivierung des Tulpenplatzes ist eine umfangreiche Aufbereitung und Erschließung des brachliegenden Areals vorgesehen. Der Grunderwerb ist zum Teil bereits getätigt. Weiterhin sollen belastete Böden beseitigt werden. Mit einem gezielten Management und nach ausgewählten Kriterien zur Qualifizierung sollen die Akquisition und Vermarktung des Gebiets rund um den Tulpenplatz stattfinden. Ebenso sind Veräußerungen mit einer Zweckbindung für die oben genannten Nutzungen an private Vorhabenträger angestrebt.

Wasserkraft, Renaturierung und touristische Nutzung des Geländes der ehemaligen Fabrik Brune

Die ökologische Aufwertung der Volme sowie der Abriss und teilweise Wiederaufbau von Gebäuden mit touristischer Nutzung und die Wiedernutzung der Wasserkraftanlage auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik Brune sollen ein Gemeinschaftsprojekt von Heesfelder Mühle e.V. und dem Märkischen Kreis werden. Es ist beabsichtigt, dieses Projekt mit Hilfe des Förderprogramms „Initiative ergreifen“ zu realisieren. Hierfür wird ein separater Förderantrag gestellt.

Aufwertung des Stadtraums Kölner Straße Erhaltung und Erneuerung historisch wertvoller und stadtbildprägender Bebauung im Stadtteil Bahnhof, insbesondere entlang der Kölner Straße

Die städtebaulich-architektonische Harmonie der Bebauung entlang der Kölner Straße ist ein Qualitätsmerkmal des Stadtteils Bahnhof.

Historisch interessante Gebäude wechseln mit zum Teil geschichtlich wichtigen 50er Jahre Bauten, teilweise finden sich Baukörper aus jüngeren Epochen. Allen ist gemein, dass sie eine einheitliche Bauflucht bilden, ihre Proportionen aufeinander abgestimmt sind, die Höhen sich angleichen. Auf den historischen Gebäuden befinden sich keine Dachaufbauten. Erst in neuerer Zeit weisen Dachflächen Dachgauben auf.

Die Fassaden sind in den meisten Obergeschossen rhythmisch gegliedert. Nur die Erdgeschosse passen in ihren Achsmaßen nicht dazu. Nachträglich aufgerissene Fensterfronten zerstören den ehemals einheitlichen Gesamteindruck.

Der baukulturelle Wert ist ein wesentlicher Bestandteil der Identifikation der EinwohnerInnen mit ihrem Stadtteil aber auch der gesamten Stadt. Wenn die Identifikation gestört ist, wird das (bau-)kulturelle Erbe vergessen. Es lohnt sich, die weitgehend erhaltene Struktur und Substanz wieder herzustellen. Fördermittel aus dem „Fassadenprogramm“ unterstützen EigentümerInnen stadtbildbedeutender Gebäude entlang der Kölner Straße dabei, Fassade, Dach, öffentlich zugängliche Bereiche z. B. zu renovieren oder zu sanieren. In den meisten Fällen ziehen diese Initialzündungen weitere private Investitionen nach sich. Im Vorfeld sind die prägenden Gestaltungselemente aufzunehmen, Gestaltleitlinien zu erarbeiten und in besonders sensiblen Bereichen Gestaltungssatzungen aufzustellen.

Erhöhung der Verkehrssicherheit und gestalterische Verbesserung der Kölner Straße

Die Kölner Straße wird viel und viel zu schnell befahren. Parallel zu den intensiven Bemühungen um die Behebung des Leerstands in der Ladenzone sind die Attraktivitätssteigerung im Straßenraum und die Erhöhung der Verkehrssicherheit von großem Belang. Allerdings sind die Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt, da es sich um eine Bundesstraße handelt. Trotzdem sollte nichts unversucht bleiben, bestehende Querungsmöglichkeiten durch Bäume auf den Gehwegen und die Beleuchtung aufzuwerten und zu betonen.
Im Zusammenhang mit der gestalterischen Verbesserung der Kölner Straße liegt ein besonderes Augenmerk auch auf der neu gepflanzten „Allee“. Diese soll entlang der Kölner Straße in Richtung Westen weitergeführt werden. Es sind Pflanzbeete mit 20 Bäumen geplant. In Höhe des „Kreativzentrums Helit“ mit dem neu geplanten, öffentlichen Platz ist eine zusätzliche Querungshilfe geplant.

Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen, Interaktive Prozesse, Quartiersmanagement

Der Stadtteil Kierspe Bahnhof bedarf eines gewaltigen Entwicklungsschubs, um wieder als „urban“ bezeichnet werden zu können. Mit dem Ausbau des Bahnhofs und seines Umfelds und der ersten Stufe des naturbezogenen Freizeit- und Erholungsparks werden bereits gewichtige Vorhaben zur Aktivierung realisiert.

Die gravierenden Leerstände entlang der Kölner Straße benötigen dringend einer konzertierten Aktion. Die leerstehenden und untergenutzten Ladenlokale sollen für einen Übergangszeitraum angemietet und ertüchtigt werden, damit Künstler, Kunsthandwerker, Mode-, Möbel- und Mediendesigner u.Ä. zur Aktivierung des Kreativquartiers Kierspe beitragen.

Diese und weitere Projekte lassen sich jedoch nur dann nachhaltig funktionsfähig etablieren, wenn eine kontinuierliche Kommunikation und Interaktion von BürgerInnen, PolitikerInnen und der Administration stattfinden.

Es würde ein umfassendes Quartiersmanagement eingerichtet, um die Initiierung und langfristige Existenz der im Handlungskonzept geplanten Maßnahmen zu sichern und zum Beispiel das Engagement von EigentümerInnen zur gestalterischen Aufwertung von Gebäuden fördern zu können. Es sind Flächen für eine zentrale Wohnbauentwicklung zu eruieren und Gespräche mit den Immobilieneigentümern zu führen.

Im Zusammenhang mit der kooperativen Zentrenentwicklung ist die Wiederbelebung der Kölner Straße von besonderer Dringlichkeit, es existieren ca. 45% Leerstand im Einzelhandel. Hier ist intensives Engagement über Stadtmarketing und/oder die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) nötig; ebenso eine qualifizierte Öffentlichkeitsarbeit und die Planung von Veranstaltungen und Aktionen.