Innenstadt Meinerzhagen

Innenstadt Meinerzhagen

Beiträge zum Projekt

Kreisheimattag „Oben an der Volme“ Kommunen informieren über Fortschritte des „REGIONALE 2013“-Projekts
Startschuss für Wettbewerb „Stadtplatz Volmemarkt“ in Meinerzhagen

Die Meinerzhagener Innenstadt soll aufleben und sich weiter entwickeln, um zu einem bedeutsamen Teil der Industrieregion Südwestfalen zu werden. Der Plan: Ansiedlung vielfältigen Einzelhandels, Steigerung kultureller Angebote, Verknüpfung des Bahnhofs mit der Innenstadt über den Volkspark sowie die Aufwertung des Bahnhofsumfeldes und des Stadthallenquartiers, das zu einem ansprechendem nördlichen Entrée der Altstadt verschönert wird.


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„Programm Urbanität“

Das „Programm Urbanität“ für die Innenstadt von Meinerzhagen soll das Zentrum vitalisieren und weiter entwickeln, so dass es als Teil der bedeutsamen Industrieregion Südwestfalen wieder an Bedeutung gewinnt. Neben vielfältigen Angeboten im Einzelhandel sollen komplementär kulturelle Angebote entstehen, die sich mit einer hohen Aufenthaltsqualität und Qualifizierung des Stadtbilds verbinden. In einem Struktur- und Nutzungskonzept wurden die Ziele fixiert und ihre Vernetzung verdeutlicht. Der Ausbau der Mobilität und damit des Bahnhofs sowie die Aufwertung des Bahnhofsumfelds stehen an erster Stelle. Die Verknüpfung mit dem Zentrum über den Volkspark und eine funktional und gestalterisch verbesserte Bahnhofstraße sind parallel zur städtebaulichen Qualifizierung des Stadthallenquartiers, der Vitalisierung des Zentrums im Zusammenhang mit der Profilierung der Altstadt zu planen.

Zur Qualifizierung der Innenstadt sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

Der Ausbau der Verkehrsstation begann mit dem Bau des ZOB und dem technischen Ausbau der Gleisanlagen Mitte des Jahres 2012. Die Neuorganisation der P+R Plätze nördlich der Gleise folgte Anfang des Jahres 2013. Der Bahnhof wird ebenfalls im Jahr 2013 ausgebaut, der Bau einer Radstation soll folgen. Die nördlich liegenden Wohngebiete werden über eine öffentliche Stadtteilverbindung angebunden. Diese geht in eine Fußgängerbrücke über, die auch den Bahnsteig und den ZOB mit Treppen und Aufzügen erschließt. Den Entwurf hat das Ingenieurbüro Schleich Bergermann + Partner (www.sbp.de) erarbeitet.

2013-10-25 Entwurf Brücke Meinerzhagen

Eine barrierefreie Fußgängerverbindung vom Bahnhof zur Innenstadt besteht künftig über die aufzuwertende Bahnhofstraße. Radwege sowie eine Querungshilfe sind anzulegen und der Gehweg auf der Rathausseite ist zu verbreitern. Der direkte Weg führt durch den Volkspark. Um zwölf Meter Höhenunterschied zwischen Bahnhof und Parkebene zu überbrücken, ist eine Zuwegung zu bauen. Der denkmalgeschützte Park soll mit Hilfe eines Parkpflegewerks wieder weitgehend seine historische Ausstrahlung und von der Bevölkerung gewünschte Aufenthaltsqualität erhalten und das attraktive Bindeglied zwischen Bahnhof und Zentrum sein. Im Park befindet sich eine unter Denkmalschutz stehende Villa aus dem 19. Jahrhundert, die neben den Schieferhäusern und der Villa Wippermann in Halver als zweiter wichtiger Standort für kulturelle Aktivitäten als „Haus der Kultur“ für die Region »Oben an der Volme« ausgebaut werden soll.

2013-10-15 Rothaar_ZON_Meinerzhagen_web

Rund um die Stadthalle bedarf es einer städtebaulichen Neuordnung. Dieses Quartier, seine Angebote und sein Erscheinungsbild, bildet das Entree zur Innenstadt von Norden über die Volmestraße. Abhängig von einer neuen, innenstadtverträglichen Verkehrsführung soll südlich der Stadthalle ein Platz entstehen, dessen Gestaltung das Thema Wasser aufnimmt und für den dort räumlich konzentrierten Wochenmarkt sowie Veranstaltungen und Aktionen zur Verfügung steht. Mit der Steigerung der Aufenthaltsqualität an diesem städtebaulich wichtigen Standort ist die Aufwertung des Zentrums und der Altstadt vorzunehmen. Geplant sind die Vitalisierung der Fußgängerzone z.B. durch ein Qualitätsquartier mit einem Branchenschwerpunkt im Einzelhandel oder für Gastronomie im südlichen Teil sowie die Qualifizierung der Hauptstraße, des Kirchplatzes und der Fassaden stadtbildprägender Gebäude.

Herstellung einer städtebaulich hochwertigen Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt

Wenn der Bahnhof Meinerzhagen im Jahr 2013 wieder das in die Stadt einladende Entree von der Bahnseite bildet, muss es davor ebenso freundlich weitergehen und die Verkehrsstation optimal an die Innenstadt angebunden werden. Unmittelbar südlich des Bahnhofs schließt der unter Denkmalschutz stehende Volkspark, allerdings ca. 12 m tiefer liegend, an. Er soll in Zukunft das attraktive grüne Bindeglied zwischen der Verkehrsstation und der Innenstadt sein. Zur Überwindung der Höhendifferenz ist der Bau einer Treppe, ca. 85 m lang, geplant – denn der angenehmste Weg zur Innenstadt führt durch den Park, dem die Bevölkerung im Jahr 2009 in einer Umfrage einen hohen Stellenwert im städtischen Gefüge attestierte aber gleichzeitig mehr Aufenthaltsqualität wünschte. Es kann mehr Leben in den Park geholt werden, wenn mit der Treppe auch das Wegesystem, besonders der Hauptweg zum Zentrum qualifiziert wird. Ein Parkpflegewerk, Veranstaltungen im Park, der Ausbau der im Park liegenden Villa als ein „Haus der Kultur“ sind weitere Aufgaben zur Attraktivitätssteigerung und müssen parallel in die Tat umgesetzt werden. Als direkte barrierefreie Zuwegung zum Zentrum ist die Bahnhofstraße neu zu gestalten und aufzuwerten durch Radwege und eine Mittelinsel als Querungshilfe. Auf der Südwestseite ist statt eines Gehwegs ein Radweg und auf der Nordostseite ein kombinierter Radweg geplant. Neben dem Gehweg entsteht dort ein Schutzstreifen für Radfahrer.

Städtebauliche Neuordnung des öffentlichen Raums zwischen Zentrum und Rathaus/Volkspark/Bahnhof Innenstadtverträglicher Umbau der Volmestraße

Neben den bereits genannten Maßnahmen bedarf es einer Neuordnung der verkehrlichen Situation – dazu gehört auch der innenstadtverträgliche Umbau der Volmestraße mit einem Rückbau der gesamten Fahrbahnbreite zwischen dem Anschluss an die B 54 und der Bahnhofstraße. Dadurch ergibt sich eine Verbreiterung der Fußgängerwege, besonders im Bereich des Einzelhandels eine städtebauliche Aufwertung sowie eine positive Entwicklung in der regionalen Vernetzung der Radwege durch den Ausbau zwischen dem „Volmemarkt“-Platz und dem Anschluss an den Volmeradweg entlang der B 54. Künftig sollen die jeweils 3,25 m breiten Fahrspuren auf der Volmestraße von bisher vier auf drei Spuren reduziert werden. Zwischen der Fahrbahn und dem Bürgersteig können dann auf beiden Seiten entlang der gesamten Straße Schutzstreifen für RadfahrerInnen angelegt werden.

Realisierung Stadthallenquartier „Volmemarkt“ als Ankermaßnahme im Programm Urbanität / Innenstadt Meinerzhagen Innenstadtverträglicher Umbau der Verkehrsführung in der nördlichen Innenstadt

Im Zuge der verkehrlichen Neuordnung durch den Rückbau der Volmestraße mit bequemen Nutzungsmöglichkeiten für alle VerkehrsteilnehmerInnen und einer geplanten Öffnung der Volme ist auch eine neue innenstadtverträgliche Verkehrsführung östlich der Volmestraße zu prüfen. Der Verkehr kann über einen Kreisel auf der Haupstraße / Lindenstraße in Schräglage geleitet und in nördliche Richtung auf eine neue Straße parallel zur B 54 gelenkt werden. Der Bus hält zukünftig an der Hauptstraße in der Nähe des neuen Kreisverkehrs. Weitere Haltestellen sind an der Umfahrtstraße parallel zur B 54 geplant. Die Straße »An der Stadthalle« soll entfallen, so dass Raum für einen umgestalteten Platz an der Stadthalle, dem Volmemarktplatz entsteht (die Zufahrt zur Tiefgarage wird beibehalten). Der Parkplatz nördlich der Stadthalle soll geordnet und gut ausgeleuchtet werden. Die Stadthalle bleibt so, wie sie ist. In einer Alternative könnte die Stadthalle  in einen Neubau an diesem Standort, der zur Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und weiterer zentraler Funktionen attraktive Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote aufnimmt, integriert werden. Die Verkehrsführung, die Öffnung der Volme, die Neugestaltung des Platzes vor dem Gebäude, die Route des Busses sind geplant wie in dem bestandsorientierten Konzept.

Die Innenstadt erhält durch die Realisierung dieser Vorhaben einen attraktiven Mittelpunkt für einen räumlich konzentrierten Wochenmarkt, Veranstaltungen usw. – aber auch zum Verweilen.

Offenlegung der Volme

Die Offenlegung und Revitalisierung der Volme ist ein vom Märkischen Kreis forciertes Projekt der Regionale 2013. Durch die Offenlegung bietet sich Meinerzhagen die Gelegenheit, Wasser als gestalterisches Element in den öffentlichen Raum zu integrieren. Dies wäre mit einer Qualitätssteigerung im Bereich des Stadthallenumfelds verbunden, da durch das Gestaltungselement Wasser ein hoher Aufenthaltswert geschaffen wird. Hierfür ist ein offener Wasserlauf im Stadthallenumfeld vorgesehen. Um das Projekt zu realisieren, soll die Volme parallel zur B 54 freigelegt und nördlich der Stadthalle an den offenliegenden Teil angeschlossen werden.

Bau eines neuen zentralen multifunktionalen Stadtplatzes – „Volmemarkt“

Die Stadthalle, die sich in einer Insellage befindet, und die sie umgebenden Gebäude sprengen mit ihren Proportionen geschichtlich gewachsene, städtebaulich-architektonische Erscheinungsbild der Innenstadt. Zudem schaffen aufgerissene Straßenräume ohne bauliche Fassung Orientierungslosigkeit. Der Raum um die Stadthalle soll als Entree in die Innenstadt die genannte Aufwertung erfahren. Durch die verkehrliche Neuordnung, in Kombination mit der Freilegung der Volme, entsteht ein multifunktionaler urbaner Platz. Der Wochenmarkt kann erweitert und weitere Angebote wie Veranstaltungen oder Events können realisiert werden. Hier kann räumlich wie inhaltlich ein Magnet für Einheimische und Touristen entstehen. Um ein hohes Maß an gestalterischer Qualität erzielen zu können, ist für den „Volmemarkt“ ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb vorgesehen.

Leitprojekt 3_3.7 Animation_Volmemarkt_Meinerzhagen_web

Stützung und Aufwertung des Zentrums und Qualifizierung der Altstadt und Vernetzung mit dem Zentrum

Dominiert wird das Erscheinungsbild der Altstadt Meinerzhagen durch die unter Denkmalschutz stehende Jesus-Christus-Kirche, die im 13. Jahrhundert auf einer Anhöhe erbaute wurde. Das Umfeld des Sakralbaus weist jedoch gestalterische Defizite auf. Es ist zu qualifizieren, um dem historischen Bauwerk einen adäquaten öffentlichen Raum zu geben. Ferner ist über eine städtebauliche Verknüpfung zwischen dem historischen Kern und der Fußgängerzone nachzudenken. Das einmalige Erscheinungsbild der Altstadt ist ein Markenzeichen Meinerzhagens. Im Rahmen aufwertender Maßnahmen sollen historisch wertvolle und stadtbildprägende Gebäude mittels eines Fassadenprogramms saniert werden. Ein erster Schritt ist die Initialisierung eines interaktiven Prozesses mit den Anliegern der Altstadt und des Zentrums (Hauptstraße / Derschlager Straße), um sie zu überzeugen, dass ihr Engagement zur Belebung und Qualitätssteigerung der Innenstadt wichtig ist. Die Vitalisierung und Verbesserung der Fußgängerzone ist im Zusammenhang mit der Attraktivitätssteigerung der Altstadt von besonderer Bedeutung. Die Vielfalt der Angebote kann im südlichen Teil der Derschlager Straße durch das Schaffen eines Qualitätsquartiers mit dem Schwerpunkt Außengastronomie deutlich gestärkt werden. Der nördliche Teil kann von diesem Quartier und zum anderen durch die Neugestaltung des „Volmemarkts“ als Einzelhandelsstandort profitieren. Die Aufwertung der Haupteinkaufsachse Hauptstraße kann durch eine bauliche Verbesserung in der Verknüpfung zwischen der Altstadt und dem Zentrum und der Möglichkeit auch in der Altstadt Außengastronomie anzubieten die Aufenthaltsqualität spürbar erhöhen. Diese Vernetzung wird unterstützt durch die Einrichtung eines Leitsystems für die gesamte Innenstadt Meinerzhagen. Durch das Leitsystem können Besucher, vom Bahnhof kommend, über das Zentrum in die Altstadt geführt werden.

Weiterentwicklung von Park und Kultur im Denkmal Volkspark Meinerzhagen Qualifizierung des Volksparks und Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Der Volkspark Meinerzhagen ist eine in der Innenstadt liegende, ca. 2,7 ha große, freiräumliche Attraktion, in deren Mitte eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Villa steht. In einer im Jahr 2009 durchgeführten Befragung wurde deutlich, wie sehr die Bevölkerung an dem Park hängt, denn es kamen zahlreiche verwertbare Anregungen, die dem Park wieder mehr Aktivitäten zugestehen, aber auch helfen, seine Gestaltung zu verbessern. Mit Hilfe eines Parkpflegewerks soll der unter Denkmalschutz stehende Volkspark behutsam in Form gebracht und aufgewertet werden. Gleichzeitig sollen für den Volkspark verträgliche Möglichkeiten geschaffen werden, vereinzelte Flächen für Aufenthalt und Aktivitäten (auch für Jugendliche) wie Bocciabahn, Open-Air-Konzerte, Lesungen, Gourmet-Picknick etc., nahe der demnächst restaurierten Villa mit einem gastronomischen Angebot, anzulegen. Das augenblicklich isolierte Dasein des Volksparks kann sich in ein Stück lebendige Stadt wandeln und entscheidend zum kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Leben beitragen. Er ist das entscheidende Bindeglied zwischen Bahnhof und Innenstadt, dessen Bedeutung durch attraktive Wege durch den Park hervorgehoben wird.

Leitprojekt 3_3.9_1 Volkspark_web

Umbau der Villa im Volkspark als ein „Haus der Kultur“ der Region »Oben an der Volme«

Im Zusammenhang mit der „Art Volmetal“, die über ein Kulturmanagement koordinierter und kooperierender Zusammenschluss von Kulturschaffenden der Region «Oben an der Volme« werden soll, sollen insgesamt vier, u.a. architektonisch aussagestarke Gebäude in den vier Kommunen als Kulturstätten etabliert werden. Die denkmalgeschützte Villa im Volkspark ist ein Kleinod vom Ende des 19. Jahrhunderts mit neurenaissancehaften und klassizistischen Fassadenelementen. Sie diente als Wohnhaus und ist sanierungsbedürftig. Mit dem geplanten Erwerb durch die Stadt, die erste Sicherung der gesamten Bausubstanz im Jahr 2014, ergeben sich im Zusammenhang mit dem denkmalgerecht wieder hergestellten Volkspark (temporäre) Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen für Musik und Theater. Ein gastronomisches auch Außenangebot soll die Frequentierung des Kulturorts unterstützen.