Momente Lichtmalereien der Märkischen Fotografen

Im Jahr 2017 wurden weltweit etwa 1,2 Billionen digitale Bilder gespeichert, davon wurden 85% mit Smartphones erstellt. Die Anzahl der digital aufgenommenen und dann gelöschten Dateien (Datenmüll) ist nicht mehr zu überblicken.

Fotografische Erinnerungen von Familie und persönlichem Umfeld haben ebenso ihren Stellenwert wie dokumentarische Reportagefotos oder künstlerische Interpretationen von Menschen, Natur und Landschaft, von abstrakten Farben, Formen und Strukturen. Längst bedient sich die Fotografie aller Techniken, die in der bildenden Kunst und Malerei üblich sind oder waren.

Eine zunehmende Anzahl von Fotoausstellungen belegt, dass die Faszination eines gut  gestalteten,  aussagestarken Fotos in einem Zeitalter von Videoclips, reizüberfluteten Konsumgewohnheiten und den erwähnten Smartphone-Schnappschüssen für Facebook oder WhatsApp nicht verloren gegangen ist.

Unsere Ausstellung „Momente“ wendet sich keinem speziellen, vorgegebenen Thema zu, sondern präsentiert einen Querschnitt unserer fotografischen Arbeiten. Die 12 ausstellenden Fotografen wünschen sich, den Betrachter zu fesseln oder gar zu faszinieren.

Die ausgewählten Motive stammen aus ganz unterschiedlichen Genres der Fotografie. Es finden sich gut komponierte Landschaftsaufnahmen, Actionbilder, Tierportraits oder in Szene gesetzte Architektur. Sie wurden an entfernten Urlaubszielen, aber auch direkt vor der eigenen Haustür aufgenommen.

Der Titel „Momente“ weist darauf hin, dass die Fotografie unter den bildenden Künsten die Kunstform des Moments ist. Fotos halten Momente fest, frieren das Flüchtige ein und geben uns so die Gelegenheit, dieses genau und intensiv zu betrachten, wie es die wirkliche Situation gar nicht zugelassen hätte. Wie schnell vertreibt die Sonne die Nebel in der Skyline von Dubai oder den Schnee auf den Wäscheklammern.

Das Licht ist in der Fotografie ein besonderes Gestaltungselement. Licht erzeugt Farbe, Farbe erzeugt Emotionen. Mit diesen Farbemotionen spielt die Fotografie und setzt sie gezielt ein. Das „warme“ rötliche Licht an der abendlichen Glörtalsperre erzeugt andere Emotionen als das „kalte“ blaue Licht im winterlichen Norwegen. Wird dem Motiv die Farbe entzogen, das Bild also schwarz-weiß gestaltet, entsteht noch einmal eine ganz andere Wirkung: Das eigentliche Motiv tritt in den Vordergrund. Das gleiche Objekt am Tag, bei einsetzender Dämmerung oder bei künstlicher Beleuchtung aufgenommen, erzielt eine völlig andere Bildaussage.

Bei der Analyse der Bildaussage hilft uns unsere Zusammengehörigkeit im Fotoclub. Wir lernen voneinander, was Bildideen, Bildgestaltung, aber auch Fototechnik anbelangt und geben unser Wissen gerne an andere weiter. Es ist sehr produktiv, die Bilder der anderen zu sehen. Zu sehen, was sie “anders” gemacht haben. Nicht besser oder schlechter : Anders.