Unverlierbares Exil - Mascha Kaléko und Hilde Domin

Vortrag

Zwei unverwechselbare Einzelerscheinungen innerhalb der deutschen Gegenwartslyrik - Mascha Kaléko und Hilde Domin. Das „unverlierbare“ Exil, das man immer bei sich trägt, das ist ihre gemeinsame Grunderfahrung, prägend für ihren Lebensweg wie auch ihre Gedichte. Die eine behauptet sich in den 30er Jahren gerade zwanzigjährig mit ihren populären Großstadtgedichten als einzige Frau in der von Männern dominierten Berliner Literatenszene, die andere, die erst in der Einsamkeit des karibischen Exils mit dem Schreiben beginnt und  als eine von wenigen Exilanten nach Deutschland zurückkehrt, erkämpft sich mühsam, letztlich erfolgreich ihren Platz im deutschen Literaturbetrieb. Da ist Mascha Kaléko nach ihrem kurzen literarischen Comeback in Deutschland Ende der 50er Jahre in ihrem zweiten Exil in Israel fast verstummt und gerät zunächst für viele Jahre in Vergessenheit.  Die  Zusammenschau beider Biographien skizziert das Bild eines von Flucht und schwieriger Heimatsuche bestimmten Jahrhunderts und dem Versuch zweier außergewöhnlicher Frauen, dem eine Stimme zu geben.

Dozentin: Sabine Hellwig-Tillmann

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.