Hörtheater Lauschsalon – Geschichte eines ungestümen Herzens

Kammerhörstück
Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen

„Viele, die versteckt während der Nazizeit schrieben, blieben lange unbekannt. (…) Die von Bilabel ausgesuchten Gedichte und Romanausschnitte stammen von sechs Frauen, die durch das Schreiben ihre Stärke wiederfanden. Sie hoben nicht die Opferrolle hervor, sondern den Widerstand, den diese Frauen leisteten. (..) „Die Wörter diktieren: Schreib uns!“ begründet die Dichterin Rose Ausländer ihren Antrieb. (..) Ihre Reime sind kurz, gehen in die Brüche. Mit ihrer Mutter überlebte sie versteckt in dem Ghetto ihrer Heimatstadt Czernowitz. Heimlich traf sie sich mit Paul Celan. (…) Eine Überlebende wie Johanna Moosdorf (…) konnte mit ihrer Montagetechnik, die Gegenwart und Vergangenheit, Erdachtes und Reales ineinander verbindet, ihrem Streben nach Gerechtigkeit und Aufklärung nachgehen. Sie schreibt: „Alles ist nur die halbe Wahrheit.“ (Münstersche Zeitung vom 9.4.2010)

Ein Hörstück über das Leben und Wirken deutschsprachiger Autorinnen während und nach der NS-Zeit, ihr Leben und Schreiben während der Verfolgung durch das NS-Regime, im Exil und in den Nachkriegsjahren. Trotz des Hintergrundthemas stimmen die Texte hoffnungsfroh, da der Abend neben der Historie die Phantasie, die Stärke und den Mut der Frauen, ihr Alltagsleben, ihre Liebe in den Vordergrund stellt, von ihrer Leidenschaft zum Schreiben erzählt und dem daraus resultierenden öffentlichen Widerstand. Wie ein roter Faden ziehen sich in diesem Hörstück spannende historische Sequenzen, bewegende und inspirierende Texte und Musik, ein konzertantes Hörspiel-Feature mit historischen Berichten, Lyrik und Prosa von Rose Ausländer, Gertrud Kolmar, Mascha Kaléko, Nelly Sachs und Johanna Moosdorf in der NS-Zeit und in den Nachkriegsjahren.
Konzept, Arrangement und Regie Anja Bilabel

Die Schauspielerin Anja Bilabel spricht als Hörspiel- und Featuresprecherin für den Deutschlandfunk Köln, dem WDR, den Hessischen Rundfunk und für das HR-Fernsehen. Sowohl in ihrer Schauspiel- als auch in ihrer Sprechtertätigkeit wurde sie mit Stücken und Hörspielen mehrfach nominiert und ausgezeichnet. Sie lebt in Münster, pendelt vor allem nach Frankfurt (Theater, Rundfunk, Fernsehen, Synchron), Köln (Radio, Hörbuch) und zu all den Orten, in denen ihr Lauschsalon gastiert.
Die Violonistin Sabine Fröhlich hat an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart studiert und ist Dozentin für Violine/Viola an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und der Westfälischen Schule für Musik in Münster. Ihre Aktive Konzertmeistertätigkeit umfasst verschiedene ansässige Orchester, u.a. das Kourionorchester Münster, das Studentenorchester und die Alte Philharmonie Münster.